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[Presse] Schülerunion: Schleichende Ausbreitung der „Neuen Mittelschule“ ist abzulehnen

Für den Einsatz neuer pädagogischer Konzepte bedarf es keiner Ausweitung des Prestigeprojekts „Neue Mittelschule“

Die kürzlich geäußerten Wünsche nach einer Ausweitung der „Neuen Mittelschule“ auf doppelt so viele Testschulen wie bisher vorgesehen, stößt in der Schülerunion auf Unverständnis: „Die bisherige Anzahl an Modellversuchen ist absolut ausreichend, um das Experiment „Neue Mittelschule“ durchzuführen. Eine Forderung nach einer Anhebung dieser Quote ist klar abzulehnen, da man so auf schleichendem Wege versuchen würde, einen nicht ausreichend erprobten Schulversuch zum Regelschulmodell zu machen“, kommentiert Oliver Möllner, Bundesobmann der Schülerunion die aktuelle Debatte.

Es ist ein Irrglaube, dass neue pädagogische Konzepte nur durch einen Fassadenwechsel weg von der Hauptschule und hin zur „Neuen Mittelschule“ umgesetzt werden könnten: „Anstelle der höchst notwendigen Verbesserung aller Schulen in Österreich beschränkt sich die Unterrichtsministerin darauf, ihr persönliches Prestigeprojekt „Neue Mittelschule“ möglichst attraktiv zu präsentieren, sei es über Hochglanzbroschüren oder über teure Werbeinserate“, so Möllner weiter.

Die Schülerunion steht der „Neuen Mittelschule“ aus folgenden Gründen kritisch gegenüber:

Erstens ist der Schulversuch "Neue Mittelschule" im österreichweiten Vergleich nicht repräsentativ. Neben Vorarlberg haben auch andere Bundesländer wie Wien oder Niederösterreich ihre eigenen Konzepte zur „Neuen Mittelschule“ entwickelt, was einen professionellen Vergleich dieser stark unterschiedlichen Schulmodelle verhindert.

Zweitens wird der Schulversuch "Neue Mittelschule" massiv von Seiten des Unterrichtsministeriums subventioniert, was ihn aufgrund der unterschiedlichen finanziellen Ausgangssituation im Bezug auf herkömmliche Schulen nicht seriös evaluierbar macht.

Drittens haben Schülerinnen und Schüler in den betroffenen Schulen der Testregionen noch immer keine Möglichkeit über die Teilnahme ihrer Schule an dem Schulversuch mitzubestimmen. „Eine solche Entscheidung über die Köpfe der betroffenen hinweg zu fällen, ist diktatorisch und daher klar abzulehnen“, so Bundesobmann Möllner abschließend.

 

veröffentlicht am 11.12.2009

Rückfragehinweis:
Oliver Möllner, Bundesobmann der Schülerunion
Tel.: 0676/888 75 301; Mail: oliver.moellner@schuelerunion.at
Stephan Mlczoch, Pressesprecher der Schülerunion
Tel.: 0676/888 75 109; Mail: stephan.mlczoch@schuelerunion.at
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