
Nachdem das „Kussverbot“ der HS Gunskirchen in den letzten Tagen für Furore sorgte, ergriffen nun Österreichs Schülervertreter die Initiative und erwirkten eine klärende Aussprache der Beteiligten. Matthias Hansy (Schülerunion-Bundesobmann), Nico Marchetti (Bundesschulsprecher) und Johanna Grabmer (stv. UHS-Landesobfrau) trafen in Gunskirchen den oberösterreichischen Landesschulratspräsidenten, Fritz Enzenhofer, sowie den Bezirksschulinspektor und den Direktor der HS Gunskirchen in Begleitung der Obfrau des betroffenen Elternvereins. In der Sitzung und im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern wurden alle Teilaspekte des „Kussverbots“ beleuchtet und schließlich verdeutlicht, dass mehrere Seiten einzubeziehen sind. Der Beschluss des Schulforums wird daher folgendermaßen ausgelegt:
„Jegliche Arten von Schikanen gegenüber Schülerinnen und Schülern werden abgelehnt; alle Formen eines alltäglichen zwischenmenschlichen Umgangs unter den Schülerinnen und Schülern sind daher absolut in Ordnung. Es bleibt lediglich die Aufforderung, pro-vokante (!) Aktivitäten, z.B. zur Schau gestellte Zungenküsse o.ä., möglichst zu unter-lassen, wie es wohl auch an jedem anderen Arbeitsplatz üblich ist. Grund dafür ist aus-schließlich der Schutz der Schülerinnen (z.B. um zu vermeiden, dass männliche Mit-schüler Küsse einfordern).“
Matthias Hansy, Bundesobmann der Schülerunion, zeigt sich über den Beschluss er-freut: “Unsere Aktivität hat sich gelohnt, ein schulpartnerschaftlicher Konsens ist ge-lungen! Ein undifferenziertes ‚Kussverbot‘ wird es nicht geben. Wir haben uns vor Ort – das heißt an der Schule, im LSR und bei den betroffenen Schülern – um Klärung bemüht und Verantwortung für die Schülerinnen und Schüler wahrgenommen. Wir setzen dort an, wo uns die Schülerinnen und Schüler wirklich brauchen – vor Ort.“
Nico Marchetti, österreichischer Bundesschulsprecher, pflichtet bei: “Im Vordergrund muss der Schüler stehen! Der erzielte Konsens der Schulpartner ist absolut begrüßens-wert und zeugt von guter Absicht. Ein netter sozialer Umgang unter den Schülern ist wichtig und notwendig, nur muss die Grenze dort liegen, wo sich andere Schüler beläs-tigt fühlen oder ausgegrenzt werden.“
Jasmin Lehrbaumer, Schülerin der Hauptschule Gunskirchen, zeigt sich über die Eini-gung erleichtert: „Auch wir Schülerinnen und Schüler sind glücklich, dass es diese Rege-lung gibt – sie ist in dieser Weise voll in unserem Interesse! Natürlich kann es nicht sein, dass wir uns in der eigenen Schule nicht mehr wohlfühlen können, nur weil es einige wenige auf die Spitze treiben wollen. Ein undifferenziertes ‚Kussverbot‘ ist sicher nicht nötig, aber diese bestimmte Grenze ist klarerweise notwendig und richtig!“
Siegfried Biermair, Direktor des HS Gunskirchen, bestätigt: „Ich denke, es wurde nun verdeutlicht, um was es dem Schulforum und mir als Verantwortungsträger der Schule geht: Ich möchte und werde keine Schikanen setzen und nehme die an mich heranget-ragenen Sorgen der Schülerinnen und Schüler ernst. Das einzig Wesentliche ist das Wohl und der Schutz der Schülerinnen und Schüler.“
Die Obfrau des Elternvereins, Carola Bauer, ergänzt: „Es ist bedauernswert, dass das sogenannte ‚Kussverbot‘ von Vielen gegenteilig ausgelegt wurde, obwohl es anders ge-meint war. Hoffentlich wurden nun alle offenen Fragen endgültig geklärt und es kommt endlich Klarheit in die Geschichte.“
Franz Heilinger, Bezirksschulinspektor, pflichtet ihr bei und schließt mit einem frommen Wunsch: „Nachdem alle beteiligten Gruppen zufriedengestellt sind, kommt die HS Gunskirchen hoffentlich bald wieder zur Ruhe.“
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