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Verherrlichung von "Neuer Mittelschule" trügt

Schülerunion begrüßt die Ausweitung der Modellversuche der "Neuen Mittelschule" mit Vorbehalten

Das gestern erzielte Übereinkommen zwischen BM Schmied und ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon, den Schulversuch "Neue Mittelschule" weiter auszudehnen, stößt bei der Österreichischen Schülerunion auf kritische Zustimmung.

Matthias Hansy, Bundesobmann der Schülerunion, kommentiert die Einigung: "Es ist zwar erfreulich, dass es nun bundesweit mehr Schulen möglich sein wird, an diesen Modellversuchen teilzunehmen, doch bevor man dem Trugschluss verfällt, dieses Schulmodell als Erfolgsmodell zu bezeichnen, muss man sich einiger essentieller Punkte bewusst werden".

Erstens ist der Schulversuch "Neue Mittelschule" im österreichweiten Vergleich nicht repräsentativ. Beispielsweise nehmen in Vorarlberg, das sich für eine Ausweitung der Testregionen eingesetzt hat, nur Hauptschulen an einer, auf das Bundesland zugeschnittener, Variation der "Neuen Mittelschule" teil. "Ebenso haben auch andere Bundesländer wie Wien oder Niederösterreich ihre eigenen Konzepte zur 'Neuen Mittelschule' entwickelt, was einen professionellen Vergleich dieser stark unterschiedlichen Schulmodelle schier unmöglich macht", so Hansy.

Zweitens wird der Schulversuch "Neue Mittelschule" massiv von Seiten des Bildungsministeriums subventioniert, was ihn aufgrund der unterschiedlichen finanziellen Ausgangssituation im Bezug auf herkömmliche Schulen noch unevaluierbarer macht.

"Drittens haben Schülerinnen und Schüler in den betroffenen Schulen der Testregionen noch immer keine Möglichkeit über die Teilnahme ihrer Schule an dem Schulversuch mitzubestimmen", betont Hansy, und weiter: "Eine solche Entscheidung über die Köpfe der Betroffenen hinweg ist schlichtweg diktatorisch!"

Die tatsächlichen Auswirkungen der "Neuen Mittelschule" werden sich jedoch erst in mehreren Jahren zeigen, wenn sich die ehemaligen Schülerinnen und Schüler dieses Schulversuchs in höheren Schulen beweisen müssen. "Erst dann kann über Erfolg oder Misserfolg geurteilt werden", schließt Hansy.

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